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Oberflächenbehandlung von Akazie-Robinie-Parkett

Mit unterschiedlicher Oberflächenbehandlung lassen sich bei einem gedämpften Akazie-Robinie-Parkett die erstaunlichsten optischen Unterschiede erreichen


Allgemeines zur Robinie

Unter dem Handelsnamen Robinie und dem Kurzzeichen DIN 4076 Teil 1:Rob gelangt das Robinienholz auf den Markt. Die Robinie wird oft auch als Falsche oder Unechte Akazie bezeichnet und darf dann nicht mit der echten Akazie der Gattung Acacia verwechselt werden. Der Baum wurde nämlich nach seiner Einführung in Europa fälschlicherweise für eine Acacia-Art gehalten und Acasia Robini genannt, weil sie einige äußere Merkmale gemeinsam haben.

Die Robinie stammt aus dem östlichen Nordamerika und verdankt ihren Namen dem französischen Gärtner Jean Robin, der sie Anfang des 17. Jahrhunderts nach Frankreich brachte. Insgesamt steht die Robinie mit fast 2 Millionen ha heute weltweit an dritter Stelle unter den Laubbäumen, nach den Eukalypten und Pappeln.

Zunächst wurde die Robinie Alle- und Zierbaum angepflanzt. Später bewährte sie sich hervorragend wegen ihres ausgeprägten Wurzelsystems zur Befestigung von Schutt- und Abraumhalden, Eisenbahndämmen und Straßenböschungen sowie wegen ihrer stickstofffixierenden und bodenverbessernden Wirkung zur Aufforstung von Flugsandböden und Ödlandflächen. Aufgrund ihrer hohen Resistenz gegen Industrieabgase vorzüglich zur Begrünung von Industriegebieten und Städten.

Seit dem zweiten Weltkrieg wurde die Robinie auch als Waldbaum für die Holzproduktion bedeutungsvoll und zwar insbesondere in Ungarn (Vorkommen ist heute mit 320.000 ha das größte in Europa), Rumänien, Tschechien, Slowakei. In Deutschland findet die Robinie forstlich allerdings kaum Berücksichtigung und die geringen Bestände (0,1% Anteil der Waldfläche) werden dem Wert und den außerordentlichen Verwendungsmöglichkeiten dieses Holzes nicht gerecht.

Eigenschaften des Robinienholzes

Die Stämme der Robinie neigen zur Krummschäftigkeit, Unrundheit und Zwieselwuchs. Die durchschnittlich schlechte Stammform ist mit ein Grund für die forstliche Geringschätzung der Robinie zur Nutzholzerzeugung.
Die Nutzung des Akazienholzes ist in Deutschland wegen unzureichender Kenntnis über das Material gering. Produktionsfehlversuche in der Vergangenheit in der holzverarbeitenden Industrie führten dazu, dass Akazienholz nicht optimal genutzt wurde und wird. Das günstigste Hiebsalter liegt bei 40-50 Jahren.

Das Akazie-Robinien-Holz ist ein sehr hartes Holz, d.h. wesentlich härter als Eiche, schwer spaltbar, sehr zäh, hoch elastisch und zählt zu den schwersten unter den europäischen Nutzhölzern. Robinie schwindet, trotz der hohen Rohdichte, relativ wenig. Einmal abgetrocknet arbeitet es nur sehr geringfügig. Robinie ist außerordentlich undurchlässig für Flüssigkeiten und Gase und besitzt eine hohe natürliche Resistenz geben Holz zerstörende Pilze und Insekten
(Resistenzklasse 1-2 nach EN 350-2). Beim Schleifen sollte mit einer Atemschutzmaske gearbeitet werden, da empfindliche Personen zu allergischen Reaktionen neigen könnten (Dermatitis, Ekzeme).

Bei Untersuchungen der Universität Zagreb (Fakultät Forstwesen und Institut Holzwissenschaft) stellte sich heraus, dass Akazienholz im Vergleich zur Eiche elastischer (Eichenholzbeugung 11.7 GPa, Akazienholzbeugung 15.4 GPa, also 32% größer) und schlagwiderstandsfähiger (Eichenholz 76 kj/qm, Akazienholz 169.7kj/qm, also um 122% größer) ist. Die Härteteste bewiesen, dass Akazienholz, welches grosser Abnutzung ausgesetzt ist, bessere Ergebnisse im Vergleich zum Eichenholz aufweist (Druckhärte in Faserrichtung ist bei Akazienholz um 40% größer als die Druckhärte in Faserrichtung bei Eichenholz). Für die Untersuchungen wurden Eichen- und Akazienholz aus den Gebieten Posavina und Podravina verwendet.

Die Verwendung von Akazie-Robinien Holz

Aufgrund seiner überdurchschnittlich guten Eigenschaften ist das Robinienholz sehr vielseitig einsetzbar. Im Außenbereich wird es als Pfahlholz oder Konstruktionsholz eingesetzt, so z.B. im Brückenbau. Auch als Schwellenholz im Eisenbahnbau hat es sich bewährt. Weit verbreitet war auch die Verwendung im Schiffs- und Maschinenbau. Als Bautischlerholz ist Robinie insbesondere für die Möbelfertigung und als Parkett hervorragend geeignet.

Es bestehen optische Unterschiede bei der unbehandelten gedämpften Robinie

Robinie kann je nach Herkunft unbehandelt unterschiedliche Farbqualitäten aufweisen. Durch Dämpfen kann die Farbe des Kernholzes in Abhängigkeit von Dämpfzeit und -temperatur zu verschiedenen Brauntönen von hellbraun (eiche) bis dunkelbraun (wenge) gestaltet werden. Allerdings weist das gedämpfte Akazienholz eine weitaus interessantere Preisgestaltung als Nussbaum- oder Wengeholz auf. Das Dämpfverfahren verlangt besondere Kenntnisse, um eine gleichmäßige fleckenfreie Oberfläche zu erreichen.

Das gedämpfte Akazie-Robinie-Parkett erscheint optisch sehr verschieden, je nachdem welche Art von Wasserlack oder Öl eingesetzt wird

Je nachdem mit welchem Oberflächenschutzmittel geschützt werden soll, wird eine andere Farbwirkung erzielt. Daher sollte vor der Lackierung oder Ölung immer eine Probefläche angelegt und dem Auftraggeber vorgelegt werden.

Je nach Öltyp mit dem die gedämpfte Robinie imprägniert wird, verändert sich seine Farbwirkung. Ein und dasselbe Holz kann Farbänderungen von gelblich bis rötlich, von dunkel anfeuernd bis so hell, als sei es unbehandelt, nach einer Ölimprägnierung aufweisen. Es wurden unterschiedliche IRSA Öle im Vorfeld auf das mittelbraun gedämpfte Robinien-Parkett testweise aufgebracht. Eine rötliche, dunkle Anmutung wird mit dem Einsatz von IRSA Natura High Solid Ölwachs auf der gedämpften Akazienoberfläche erreicht. Mit dem Einsatz von IRSA HP-Oil High-Protection erhält die gedämpfte Robinie einen eher gleichmäßig dunkelbräunlich roten Schimmer.

Je nach eingesetztem Wasserlacktyp änderte sich die ursprünglich mittelbraun gedämpfte Robinienoberfläche erheblich.
Mit IRSA 1 K Platinum Parkettwasserlack, der grundsätzlich eine helle Oberflächenwirkung aufweist, veränderte sich das Robinienparkett ins Hellgelbe.
Mit dem gut anfeuernden IRSA Aqua Dura hingegen, wurde die Maserung des Holzes vertieft. Die Optik erschien bräunlich gelb mit rötlichem Schimmer.

Unterschiede erhält man auch, wenn eine Grundierung eingesetzt wird. Wird IRSA Platinum Rollgrund eingesetzt, erreicht man mit dem anschließend als Decklack aufgetragenen IRSA Platinum 2 K Parkettwasserlack 2030 ultramatt eine mehr rötliche Oberfläche, als wenn IRSA Platinum 2030 auch als Grundierung eingesetzt würde.

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Die mittelbraune, leicht rötlich gedämpfte Robinie veränderte sich je nach Oberflächenschutzmittel von dunkel- bis hellbraun. Hier wird ein und dasselbe Robinien-Parkett aus gleicher Charge, mit unterschiedlichen Ölen oder Wasserlacken behandelt, gezeigt:

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die helle, gelbliche eichenähnliche Oberfläche wurde mit dem
1 K Wasserlack IRSA Platinum seidenmatt erreicht

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mit IRSA Natura High-Solid Ölwachs veränderte sich die Oberfläche ins rötlich dunkelbraune hin

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der gut anfeuernde IRSA Aqua Dura vertiefte die Maserung des Holzes in bräunlich-gelbliche hin; ein rötlicher Schimmer blieb erhalten

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mit dreimalig aufgetragenem IRSA Platinum 2030 ultramatt erschien die Oberfläche gelblich braun und betonte die Maserung der Robinie nur gering, so dass die Gesamtfläche eine gleichmäßigere Farbwirkung aufweist
(im Vergleich zur Aqua Dura Fläche)

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mit IRSA HP-Oil High-Protection wird der rötliche Charakter betont, eine Farbtonveränderung hin zum dunklen Braun ist feststellbar

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wird als Grundierung IRSA Platinum Rollgrund eingesetzt, erreicht man mit dem ultramatten Platinum 2 K Parkettwasserlack eine mehr rötliche als gelbliche Gesamtwirkung im Vergleich zu (109)

Verwendete Literatur:

  • Anon.1992: Robinie. Informationsdienst Holz Blatt 101.
    Arbeitsgemeinschaft Düsseldorf
  • Forst Service Group International; www.fswood.com
  • Studie Uni Zagreb, Fakultät für Forstwesen, Institut für Holzwissenschaft
    10002 Zagreb, Nr. 1701/1977 vom 10.12.1997

Fallbeispiel:

IRSA Natura High-Solid Ölwachs als besonderer Oberflächenschutz für 1600 qm gedämpftes Akazien-Robinien-Parkett im Forschungs- und Entwicklungszentrum BMW in München

Ein ökologisch und ökonomisch durchdachtes Oberflächenschutzsystem sollte eingesetzt werden

Da es sich um eine stark frequentierte Parkettoberfläche im Forschungs- und Entwicklungszentrum von BMW handelt, fiel die Wahl auf eine nicht filmbildende Imprägnierung. Selbstredend entschied sich BMW, die sich als Vorreiter in Sachen Umwelt sehen - BMW präsentierte im Jahr 2000 als weltweit erster Autokonzern das alternative Energiekonzept „Clean Energy", d.h. Fahrzeuge werden mit Wasserstoff betrieben - für ein umweltgerechtes Oberflächenschutzsystem.

Erstbehandlung und Unterhaltsreinigung mit Pflege sollten ökologische und ökonomische Kriterien erfüllen. Mit IRSA Natura High Solid Ölwachs wurde eine lösemittel- und harzfreie, baubiologisch unbedenkliche und hoch ergiebige Öl-Wachs-Kombination für die sehr stark wasser- und schmutzabweisende sowie hoch strapazierbare Erstbehandlung gewählt. Dieses Öl-Wachs-System hat sich seit über 5 Jahren erfolgreich im normal bis sehr belasteten Bereich als Dauerschutz bewährt. Die Robinien Parkettoberfläche erhielt durch den Einsatz dieses IRSA Öles außerdem die gewünschte dunkle, rötlich anmutende Anfeuerung.

Der ökonomische Aspekt ist weiterhin hinsichtlich der regelmäßig notwendigen Pflege und Reinigung und der später notwendigen Nachimprägnierung zu beachten.
Die Kosten für die regelmäßige Unterhaltsreinigung sollten - insbesondere bei einer 1600 qm großen Fläche - überschaubar und die Unterhaltsreinigung sollte schnell und mühelos durchführbar sein.

Die Kosten für die Unterhaltsreinigung und -pflege sollten überschaubar sein

Bei 1600 qm reichen ca. 30 Liter IRSA Pflegeöl für eine monatliche maschinelle Nachpflege (Einscheibenmaschine/beiges Pad) mit gleichzeitigem Reinigungseffekt in der Regel aus, d.h. bei mittlerem bis partiell starken Belastungsgrad ist das 1x monatliche maschinelle Pflegeölen i.d.R. ausreichend. Für die Wischreinigung bei starken Verschmutzungen werden pro Wischvorgang ebenfalls ca. 30 Liter IRSA Seifenreiniger (rückfettend, wirkt daher auch pflegend) bei 1600 qm benötigt. Ein Nachwachsen, z.B. mit IRSA Natura Hartwachs, war wegen der Rutschhemmungsproblematik und dem später höheren Arbeitsaufwand des regelmäßigen Wachsens nicht erwünscht.

Wird die Oberfläche regelmäßig und fachgerecht mit IRSA Pflegeöl behandelt, ist ein später notwendiges Nachimprägnieren bzw. die Renovierung erheblich hinausgezögert. Bei versiegelten Oberflächen geht man bei normaler bis mittlerer Strapazierung durchschnittlich von 8 Jahren aus, bis wieder geschliffen und neu versiegelt werden muss. Wird eine geölte Fläche sachgerecht gereinigt und gepflegt, kann sich die Lebensdauer dieses Bodens bei gleichem Belastungsgrad mehr als verdoppeln.

Auch auf Grund des Zeitdrucks kam die Öl-Wachs-Kombination von IRSA zum Einsatz

Mit nur einem Spachtelauftrag (ca. 20 g/qm) von IRSA Natura High Solid Ölwachs bei dem nicht sehr saugfähigen Akazie-Robinien-Parkett und einer maschinellen Nachpolitur mit beigem Pad war der Parkettboden fertig behandelt und für eine sehr starke Strapazierung gerüstet. So konnten in sehr kurzer Zeit einzelne Bauabschnitte fertig gestellt werden. Dies war insbesondere für andere Handwerksunternehmen ein großer Vorteil.

Feiner Gipsstaub erschwerte die Bauschlussreinigung

Wie so oft war der Parkettboden nicht das letzte fertig zu stellende Gewerk. Nach Fertigstellung der anderen Arbeiten war die Parkettoberfläche mit einem feinen Gipsstaub überzogen. Für die Reinigungsarbeiten kam daher der Einsatz von Wasser nicht in Frage. Mit dem stark reinigend wirkenden IRSA Pflegeöl konnte die Schmutzschicht leicht entfernt werden. Weiterhin hat das IRSA Pflegeöl einen sehr gut retouchierenden Effekt. Eventuelle Fehlstellen oder Unregelmäßigkeiten, verursacht durch einen nicht immer gleich aufgebrachten manuellen Auftrag von IRSA Natura High Solid Öl Wachs auf dieser großen Fläche, konnten mit IRSA Pflegeöl leicht ausgeglichen werden. Das so eingesetzte Pflegeöl darf jedoch nicht auf der Oberfläche verbleiben, weshalb mit beigem Pad maschinell nachpoliert wurde.

Projektdaten im Überblick

„1600 qm Akazie-Robinie-Parkett im BMW Forschungs- und Entwicklungszentrum, München"

Eingesetzte Systeme für die Untergrundvorbehandlung/Kleber:
Thomsit R 777 Dispersions-Vorstrich; Thomsit P 625 Parkett- und Laminatkleber
Hersteller: Henkel Thomsit, Düsseldorf www.thomsit.de

Eingesetzter Oberflächenschutz: IRSA Natura High-Solid Ölwachs
Abgestimmte Pflege- u. Reinigungsprodukte: IRSA Pflegeöl, IRSA Seifenreiniger
Hersteller: IRSA Lackfabrik Irmgard Sallinger GmbH, Deisenhausen www.irsa.de

Weitere Informationen erhalten Sie auch unter www.thomsit.de Rubrik Objektpraxis

 

Alle Rechte sind der IRSA Lackfabrik Irmgard Sallinger vorbehalten.